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Aspirantentour mit Plan B

Von der Almagellerhütte über die Dri Horlini am 15./16. August 2026

Am 15./16. August fand die Tour für Interessierte an der Tourenleiter:innen Ausbildung statt. Im Vorfeld waren bewusst nur sehr spärliche Informationen vorhanden, denn die erste Aufgabe für die Teilnehmenden bestand darin, das Wochenende von A bis Z selbst durchzuplanen, so, wie es später auch ein Tourenleiter oder eine Tourenleiterin machen muss. Erstes Teilziel war die Almagellerhütte. Für den Nachmittag stand eigentlich eine Teilüberschreitung der «Dri Horlini» auf dem Programm. Die Wetterprognose hatte allerdings Regen angekündigt und wie es sich für eine zuverlässige Prognose gehört, traf sie ausnahmsweise ziemlich genau ein.

Nach einer kurzen Stärkung in der Hütte war rasch klar: klettern war keine Option mehr. Der Regen hatte eingesetzt, der Fels glänzte verdächtig feucht, und so suchten wir uns ein trockenes Plätzchen bei der Hütte. Dort wurden Knoten, Seilhandhabung und Flaschenzüge repetiert und geübt, also genau jene Dinge, die man lieber beherrscht, bevor man sie wirklich braucht.

Mischu zeigte uns unter anderem, wie zwei vorbereitete Prusikschlingen bei einem allfälligen Spaltensturz sehr hilfreich sein können und eine Bergung deutlich beschleunigen. Wie immer galt dabei Mischus Minimalanforderung: mindestens drei neue Learnings pro Person. Diese Vorgabe wurde souverän erfüllt und vermutlich sogar übertroffen, auch wenn niemand eine offizielle Strichliste führte.

Bei der Tourenplanung und nach erneuter Konsultation der Wetterprognosen für den Folgetag entschieden wir uns gegen die ursprünglich geplante Route via Rotgrat und Triftgrat aufs Weissmies. Bereits um die frühe Mittagszeit waren Gewitter angesagt und mit Blitz und Donner wollten wir dann doch nicht um die Wette steigen. Stattdessen nahmen wir uns die vollständige Gratüberschreitung der «Dri Horlini» vor.

Noch vor Tagesanbruch machten wir uns am Sonntag auf den Weg zum Einstieg und kletterten die ersten Seillängen im Schein der Stirnlampen. Der Fels zeigte sich von seiner besten Seite und Seillänge um Seillänge arbeiteten wir uns über den Grat. Die Tour erwies sich als ideale Anwendungstour: Fixe Absicherungen waren nur vereinzelt vorhanden, dafür boten zahlreiche Zacken, Risse und Felsstrukturen gute Möglichkeiten, Zwischensicherungen zu legen oder Standplätze zu bauen. Kurz gesagt: ein Spielplatz für alle, die Friends, Schlingen und Keile nicht nur spazieren führen wollen.

Die drei Seilschaften harmonierten gut, sodass wir gleichmässig unterwegs waren und nach rund fünf Stunden den Gipfel erreichten. Der Abstieg im Gehgelände war rasch zurückgelegt. Nach einem Zwischenhalt in der Hütte mit kurzem Debriefing machten wir uns schliesslich auf den Abstieg ins Tal.

Es war eine lehrreiche, abwechslungsreiche und wetterbedingt durchaus kreative Aspirantentour. Und es sieht ganz danach aus, als dürfte sich der SAC-Bern im kommenden Jahr über einige neue Sommer-Tourenleiter freuen. Ein grosses Dankeschön geht an Valeria für die Organisation der Tour und an Mischu für die engagierte Begleitung, die wertvollen Inputs und die konsequente Sicherstellung von mindestens drei Learnings.

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