
In den Sonnenaufgang
Oberaarhorn 3630 m, 24./25.07.2026
Bereits früh am Morgen um 06.04 Uhr machten wir uns von Bern aus auf den Weg zum Grimsel Hospiz. Von dort brachte uns die Oberaarbahn zum Oberaarsee, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Schon unterwegs fiel der Blick auf die imposante neue Staumauer am Grimselpass.
Gemütlich wanderten wir dem Seeufer entlang bis zum Gletschertor des Oberaargletschers und zur oberen Quelle der Aare. Danach wurde es alpin. Madeleine und Caspar führten uns sicher über den Gletscher hinauf zur Oberaarjochhütte. Die zahlreichen Spalten und die Schneefelder weiter oben erinnerten daran, stets aufmerksam zu bleiben. Dennoch verschwand der eine oder andere Fuss unerwartet etwas tiefer im Schnee als geplant.
Auf den letzten steilen Metern zur Hütte wurden wir bereits von den Hüttenwarten Corsin und Brigitte von der Terrasse aus beobachtet. Oben angekommen, hiessen sie uns auf ihrer kleinen, urigen Hütte herzlich willkommen. Bei strahlendem Sonnenschein, fantastischer Aussicht, netten Gesprächen und einem feinen Stück Cake liess es sich auf der Hüttenterrasse bestens aushalten.
Zum Znacht wurde eines der grossen 5-Kilo-Pastapakete geöffnet, die sich im Gang der Hütte stapelten – perfektes Carboloading für den nächsten Morgen. Denn die Nacht wurde kurz. Wir hatten den «Sonnenaufgangsservice» angemeldet: Um 4 Uhr gab es Kaffee oder Tee und für manche einen Riegel, während das eigentliche Frühstück erst später auf uns wartete.
Wegen der schneearmen Verhältnisse konnten Steigeisen und Pickel dieses Mal in der Hütte bleiben. Mit leichtem Gepäck meisterten wir die 370 hm bis zum Gipfel und kamen punktgenau zum Sonnenaufgang an, um dann die grossartige Aussicht zu geniessen. Beim anschliessenden Abstieg wurden noch geologische Studien betrieben: Gneis, Schiefer, Sandstein und schöne Kristalle sorgten für interessante Entdeckungen. Beim vielen losen Gestein hiess es aber auch, jeden Schritt sorgfältig zu setzen.
Zurück in der Hütte wartete das wohlverdiente Frühstück, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Kurz vor dem Ende der Tour zeigte sich eine Steinbockherde und sorgte für einen tollen Abschluss.
Auch der Ausbildungsteil kam nicht zu kurz: Pickelbremse und Seilverkürzung wurden nochmals aufgefrischt.
So endete eine rundum gelungene Hochtour mit vielen schönen Eindrücken und besten Erinnerungen. Merci vielmal Madeleine dafür.
Tourenleitung: Madeleine Müller
Teilnehmende: Rahel, Juliana, Juliane, Marc und Caspar
Tourenbericht: Juliana
Bilder: Juliana, Caspar, Marc





