
Wildstrubel von Westen her
Wildstrubel (3244 m), 04./05.07.2026
Samstag bei passabler Zeit reisen wir mit dem ÖV Richtung Lenk / Iffigenalp. Die Verhältnisse sind immer noch top, wie seit Wochen schon. Blauer Himmel, Sonnenschein ohne Ende und wenig Wind begleiten uns vom Berghaus Iffigenalp auf dem Weg Richtung Süden, steil empor über ein paar schöne Geländestufen und an kühlenden Wasserfällen entlang Richtung Wildstrubelhütte. Wir sind, trotz der sehr warmen Temperaturen, zügig unterwegs und können nach unserer Ankunft gleich die Seilschaften einteilen, die Steigeisen anpassen, Seiltechnik und Gehen in steilen Schneefeldern üben. Viele Teilnehmende werden zum ersten Mal auf Gletscher gehen, deshalb werden Sitzgurte ein paar Mal an- und ausgezogen, bis sie richtig passen, und die Steigeisen angepasst. Oh, da hat jemand das Befestigungsband der Steigeisen zu optimistisch eingekürzt; kurzerhand wird es phantasievoll wieder verlängert. Felix weiht uns mit umsichtiger Ruhe in die Hochtourentechnik ein und instruiert uns für die morgige Tour. Manche wollen sich den Sonnenuntergang nicht entgehen lassen, schlafen könne man eh nicht.
Morgens geht es pünktlich um 04.45 Uhr los, hinauf Richtung Wysshorelücke und auf der anderen Seite zum Gletscher, runter über gefrorene, rutschige Schneefelder. Welch goldener Ausblick, für sich alleine, konzentriert am langen Seil, auf den harten Sastrugis balancierend, über die endlose Weite der Plaine Morte zu wandeln. Am andern Ende geht es hoch über die sehr steile und nicht endende Geröllhalde dem einsamen Kreuz des Lenkergipfels entgegen. Nach unserer Mittagspause kraxeln wir über den Grat zum Mittagsgipfel und steuern direkt hinunter Richtung Lämmernhütte. Die Übergänge vom Schnee zum Blankeis sind noch gut machbar, obschon da jemand «Spalte!» ruft und prompt mit dem Bein versinkt. Irgendwer schreit, «eine 2m Spalte!», die sich aus der Nähe doch viel harmloser ausnimmt. Wir haben wie Profis gehalten, den Pechvogel (Seilersten) zurückgezogen; Schlappseil war eh tabu und wurde sehr pflichtbewusst stets vermieden. So wurde das Loch von jedem Vorbeigehenden beäugt. Alle kamen schliesslich heil vom Berg über Blankeis runter. Der Abstieg von der Lämmernhütte war nochmals spannend felsig und führte steil in Richtung des mäandrierendem Flussbetts der Gemmi.
Danke Felix für die grandiose Tour und allen Tourenteilnehmenden für die beiden wunderbaren Tage!
Tourenleiter: Felix Kamer
Teilnehmende: Christoph, Maria, Catherine, Chantal, Alexandra, Jacqueline Michael und Barbara
Tourenbericht und Bilder: Barbara Zimmermann


