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@ Michaela

Hochtour auf den Dossen über das Rosenlauibiwak 6.-7.Juni 2026

Treffpunkt: 7:30 Uhr am Bahnhof Bern. Für die einen früh, für die anderen gemütliches Ausschlafen. Valentin entscheidet sich für eine Runde Cardiotraining und nimmt einen Zug später. Trotzdem gibt es zuvor noch eine halbstündige Sitzung für ihn am Bahnhof in Meiringen, um von der Notdurft der kommenden zwei Tage verschont zu bleiben. Ob das klappt, […]

Treffpunkt: 7:30 Uhr am Bahnhof Bern. Für die einen früh, für die anderen gemütliches Ausschlafen. Valentin entscheidet sich für eine Runde Cardiotraining und nimmt einen Zug später. Trotzdem gibt es zuvor noch eine halbstündige Sitzung für ihn am Bahnhof in Meiringen, um von der Notdurft der kommenden zwei Tage verschont zu bleiben. Ob das klappt, wird sich zeigen.

Derweil ist die Gruppe bereits im Postauto Richtung Rosenlaui unterwegs. Der Postautofahrer von Flückiger Reisen verwöhnt uns mit einigen Infos zu den umliegenden Landschaftspunkten, während er das Schweizer Erlebnis mit häufigem «Trari trara» unterstreicht. Für Gian nicht optimal, da er sich bei einer älteren Dame beliebt machen will. Das Gespräch kann nicht wirklich in Gang kommen.

Samir bedankt sich bei der Gletscherschlucht beim Fahrer und wünscht einen guten Nachmittag (um 10 Uhr morgens). Der Postautochauffeur versteht es auch nicht: «I ha no ni mau Zmittag gha!» Der Aufstieg Richtung Biwak verläuft ereignislos, bis uns die erste Herausforderung erschüttert: Die museumswürdigen Steigeisen von Selina und Jo müssen in Betrieb genommen werden. Aber keine Sorge – Schnee und Gletscher sind weit und breit keine in der Umgebung, es ist nur ein Test. Valentin stösst zum Team.

Nach der Ankunft im Rosenlaui-Biwak dürfen wir uns – ganz nach dem Motto «harte Schale, weicher Kern» (wenn auch etwas schmuddelig) – am Seilhandling versuchen: Seilverkürzung, vier Stufen am Seil, Halbmastwurf, Vollmastwurf sowie das anschliessende Ausseilen und Entbinden.

Im Anschluss teilt sich die Gruppe auf: Wasserschlepper und Kochequipe. Bei den Wasserfrauen und -männern geht es nicht nur flüssig zu und her. Der aufzufüllende Topf schwenkt um – von halb voll zu halb leer. Bei den Köchen bleibt es ernst. Gekocht wird genug, dennoch wird noch zur löötigen Kondensmilch gegriffen. Zum Dessert gibt es den von Michaela gesponserten Schokokuchen, dazu bei Interesse noch einen Kaffee. Beides wird – wie auch sonst – mit Kondensmilch abgeschmeckt.

Zum Tagesabschluss gibt es noch ein Spiel: Wavelength. Wir haben es lustig, auch wenn sich nicht alle super kennen. Vor dem Schlafengehen folgt der obligatorische Zahnpasta-Gamble und natürlich eine Gutenachtgeschichte über den Gletschergrübler von Samir. Bei Johanna, Jo und Selina bleibt es weiterhin kuschlig auf der dritten Etage, für den Rest gibt es nun ein Kingsize-Bett. Ein Seidenschlafsack hätte zudem wohl gereicht – Wolldecken hat es genug.

Weckerzeit ist 4:48 Uhr … ähh 3:48 Uhr. Manu ist der Einzige, der es hinkriegt, und macht sich sogleich an den Porridge mit gefriergetrockneten Himbeeren und neun Kakaostückchen. Einige Flocken müssen noch dran glauben, genug gibt es trotzdem für alle. Der Kaffee mit Kondensmilch geht leider vergessen – mit einschneidenden Folgen:

Wir werden früh mit dem Aufstieg aus dem Nebel und dem Blick auf das Meer belohnt. Pointiert wird die Aussicht durch den verzögerten Panoramic Shit auf dem Grat. Auch wenn die Schneeverhältnisse den Aufstieg bis auf den Dossen nicht erlauben, geniessen wir den Ausblick vor dem Dossensattel auf das Sustenhorn (Dammastock) und spielen eine Runde Tichu.

Der Abstieg über das Schneefeld ist warm und vor allem für Gian sehr eng (die Seilverkürzung wurde nicht um 1 Uhr nachts nochmals geübt). Zurück beim Biwak, das glücklicherweise nicht von Tschechen auf der Suche nach Kondensmilch geplündert wurde: einpacken, abwaschen und … nein, leider wieder kein Kaffee.

Beim Abmarsch macht ein Biwak-Verbesserungsvorschlag die Runde: ein Vordach über dem Eingangsbereich. Der Abstieg bis zum Schneefeld läuft wie geschmiert – trotzdem kommen alle gut runter. Ob es die Italiener mit den High-End-Turnschuhen runtergeschmiert hat, wissen wir zum Glück nicht. Für Michaela war aber klar: «It’s not possible, you need an ice axe!»

Nach dem Schneerutschen hätten wir zum Schluss auch fast noch das frühere Postauto gekriegt; Lorin muss es leider ziehen lassen. Trotzdem kommt dabei noch etwas Gutes heraus: eine Portion Pommes, feine Getränke, die berühmten «Aprikosenchüechli» (leider nur mit Rahm, ohne Kondensmilch) vom Hotel und die Birkenstocks von Gian, welche vor allem in dieser Situation grossen Neid schüren.

Auf der Talfahrt treffen wir auf Manus Eltern und deren Freunde, eine ältere Dame mit einem Schwächeanfall (eventuell hätte hier die Kondensmilch noch eine Wirkung entfalten können) sowie auf zwei (Ur-)Grossmütter, die von Gian mit einem Sitzplatz beschenkt und bezirzt werden.

Die Heimfahrt verläuft entspannt, die Züge sind angenehm gefüllt und wir freuen uns alle auf ein gutes Abendessen. Nur eine Frage bleibt offen: Welcher Gletschtergrübler bringt das nächste Mal die Kondensmilch mit?

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