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Pierre blickt zurück

Pierre Jeanneret war 36 Jahre lang, von 1990 bis 2026, Skitourenleiter des SAC Bern.
Er war unter anderem bekannt für seine kulinarisch umrahmten Touren. 2026 beendet er seine bewegte Karriere als TL Skitouren – jedoch nur, um weiterhin als Wanderleiter unterwegs zu sein.

Dann halt selbst leiten!
Mit 44 Jahren hatte ich genug. Genug von den immer schon vollen Anmeldelisten, wenn sie im Clublokal ausgehängt wurden, genug von den leeren Versprechungen «nächstes Jahr, da reiche es bestimmt», genug von den unerreichbaren Gipfeln mit klingenden Namen. Ich wollte jetzt endlich auf den Vélan, den Grand Combin, den Liskamm, den Mont Blanc, die Bernina usw. Mit dem letzten in den ALPEN publizierten Formular für die Tourenleiterausbildung meldete ich mich beim CC (CentralComite) als Interessent an. Vor her war ich jahrelang mit den Naturfreunden und privat auf Ski touren gegangen. Ich hatte viel Erfahrung. Auch in der Sektion Bern war ich ein fleissiger Skitourengänger. Ernst Aschwanden, Ueli Mosimann, Peter Güttinger, Kari Kobler, Toni Kohli, Hajo Niemeyer, Fritz Sorg, Walter Gilgen, Fritz Wälti hiessen etwa die Tourenleiter. Keiner fragte mich je, ob ich Tourenleiter werden wollte.

TL SAC Bern nolens volens
Die Anmeldung hatte Folgen! Margrit Gurtner, damals Tourenchefin, forderte mich ultimativ auf, meine Anmeldung zurückzuziehen. So gehe das nicht! Die Sektion kümmere sich um neue Tourenleiter, da könne sich nicht jeder einfach so anmelden. Ich bestand die Ausbildungswoche im Schwarenbach mit sehr guten Noten und war nun nolens volens Tourenleiter der Sektion Bern.

Bilanz
Von 1991 bis und mit 2026 habe ich im Tourenprogramm 261 Skitouren mit zusammen 851 Tagen angeboten. Es waren überwiegend 2- bis 8-tägige Skitouren, darunter 39 Tourenwochen. 13 Touren sagte ich wegen Schlechtwetter ersatzlos ab. Von den übrigen 248 Skitouren fanden 205 mit dem ÖV statt und 39 mit dem PW. Für 66 Skihochtouren engagierte ich einen Bergführer, davon mussten 6 Vorhaben abgesagt werden.
Von den 248 Skitouren wurden bei 157 die Tourenziele erreicht, bei 36 teilweise. Bei 33 Vorhaben mussten Ausweichziele organisiert werden und bei 4 Skitouren ist der Erfolg heute unbekannt.
1999 ereigneten sich auf der Skihochtour auf den Mont Vélan unabhängig zwei fatale Stürze; die zwei Verletzten erreichten die medizinische Hilfe jedoch selbstständig.

36 Jahre ohne Unfall? Nein.
2010 riss eine Achillessehne und 2013 riss ein Kreuzband – auch hier war kein Rettungseinsatz nötig.
2001 beobachteten wir, wie in der Ostflanke der Äbeni Flue zwei Personen nacheinander in einem Spalt verschwanden. Weil es dort kein Handynetz gibt, suchten wir bei den Aufsteigern zur Hollandia hütte nach einem Funkgerät und konnten die Rettung organi sieren. Unsere Skihochtour brachen wir ab. Die zwei US-Bürger überlebten.
2002 musste meine Gruppe mit 18 Personen mit dem Heli wegen massiven Schneefällen aus dem Berninamassiv evakuiert werden. Wir waren etwas leichtfertig trotz Schlechtwetteransage unterwegs.
2006 befand ich mich im Schneetreiben auf der Aufstiegsroute zum Furggeltihorn oberhalb Vals, etwa 50 Meter unterhalb des Sattels genannt Furggelti, und löste ein Schneebrett aus. Der Triebschnee verschüttete uns drei, eine Person vollständig. Ich konnte beide ausgraben, wir waren unverletzt.
2025 stürzte ich bei einem «white out» auf der Abfahrt vom Albristhore 60–70 Meter mich mehrmals überschlagend in die sehr steile Nordwand. Ich verlor einen Ski und blieb unverletzt. Da es sehr viel Schnee hatte und ich fürchtete, eine Lawine auszulösen, alarmierte ich die Rega und musste mich ausfliegen lassen.

Gegen das TL-Gen ist kein Kraut gewachsen
Jetzt ist genug mit Skitouren. Ich werde jedoch weiterhin Wanderungen leiten.

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