
Lidernen liefert.
Skitourentage Lidernen 10. – 11.02.2026
Freitag früh am Bahnhof Bern, irgendwo zwischen Alltag und Abenteuerlust:
Die Wetterprognose gab sich zurückhaltend – wir nicht. Ab Brunnen chauffierte uns das Alpentaxi bis zur Talstation Käppeliberg, weiter mit der Mini-Gondel in Richtung Gitschen zum Lidernenhütten-Espresseo – Skitouren beginnen bekanntlich mit Koffein.
Das Wetter? Deutlich besser als angekündigt. Wir sind bereit für die ersten Höhenmeter auf den Rossstock (2461 m). Die Verhältnisse präsentierten sich von ihrer besten Seite, nur der angekündigte Neuschnee steckte noch irgendwo zwischen Himmel und Erde fest. Für die Lawinensituation ein Segen, für unsere Pulverträume noch eher ausbaufähig. Doch nach einer genussvollen Abfahrt war klar: Da geht noch was. Also direkt weiter auf den Hagelstock (2181 m). Zweiter Gipfel, zweite Abfahrt – und pünktlich zum Znacht zurück – effizienter wird’s nicht.
Samstag: leises Schneerieseln begleitete uns über den Spilauer See hinauf zum Spilauer Grätli (2278 m). Die Sicht war eher mystisch als „panoramisch“ und der harte Schnee kratze unter den Harscheisen. Wir wurden dennoch mit einer angenehmen Spur durch das Pickeln der Tourenleiterin verwöhnt. Auf dem Grätli angekommen dann allgemeines Entzücken. Die Sonne beglückte uns einen kurzen Moment mit ihren Strahlen durch ein Wolkenloch, bevor wir defensiv in ein Meer von Nichts ausser Nebel abfuhren. Dennoch, die Motivation war ungebrochen und wir fellten zurück zur Hütte ein drittes mal auf über das Alpbeizli bis Nellen.
Während ein Teil der Gruppe sich dem Skirennen, Hüttenzeit und Nickerchen fröhnte, zog eine kleine, Formation bestehend aus der Tourenleitung Sonja und Gerhard nochmals los. Am Schnüerstock vorbei mit Abfahrt in die Stafel legten wir eine Spur für den nächsten Tag an. Dachten wir.
Sonntag: über Nacht fielen rund 15 Zentimeter Neuschnee. Unsere Spur? Ausradiert und im Nebel kann das Lidernengebiet die eine oder andere Überraschungen bereithalten. Unsere Tourenleitung vertraute auf die Prognosen und ihrer Planung mit möglichen Varianten. Wir machten uns auf zum Blüemberg. Mit dem GPX-Track vom Vortag führten uns Sonja und Gerhard sicher durch das White-out. Und dann, zum richtigen Zeitpunkt ein Blau-Himmel-Moment bei der Traverse unterhalb des Chaiserstock. Kurz danach lichtete sich auf dem Blüemalpeli der letzte Nebel und der unverspurte Gipfelhang lag vor uns. Die gelegte Aufstiegsspur von Sonja? Ein Gedicht – effizient, sicher, kraftsparend. Für die letzten Meter zum Gipfel wurden die Ski aufgebunden. Eine kurze Passage mit Kette erleichterte den Aufstieg während uns ein kalter Wind um die Nase fegte. Schliesslich erreichten wir das Gipfelkreuz des Blüemberg. Dieses war durch Eis und Schnee in ein bizarres, einzigartiges Kunstwerk verwandelt worden. Gipfelglück pur und plötzlich Windstille. Und dann kam das, worauf wir hofften: die Ostabfahrt als First Line im Neuschnee zum Rupperslaui, Pulver vom Feinsten. Jubel und Kribbeln im Bauch garantiert!
Nach langer, anhaltend toller Abfahrt erreichten wir den Bürgelibach. Es folgte noch ein Wiederaufstieg bei T-Shirt-Wetter und als Abschluss eine hübsche Sulzabfahrt zurück zum Käppeliberg, wo das Alpentaxi uns empfing.
Fazit? Die Tourentage und Leitung durch Sonja wurde einstimmig gelobt: klare Ansagen, saubere Planung, ehrliches Feedback – und am Ende rundum zufriedene Gesichter. Auch ein grosses Danke an Gerhard und alle, die dabei! Die Lidernen liefert eben immer: abwechslungsreiche Gipfel, tolle Möglichkeiten bei unterschiedlichsten Verhältnissen und Hüttenzauber, den man so schnell nicht vergisst 😄
Tourenleitung: Sonja Seiffert, Gerhard Schuwerk
Teilnehmende: Beat Müller, Angela Wettstein, Aschi Krebs, Sabine Inniger
Text: Aus einzelnen kleinen Inputs der Teilnehmenden wird ein Bericht aus einem Guss
Fotos: Teilnehmende








