
Ufzgi: «Irgendwie» neben der Spur planen
Aspitour an (!) den Ochsen, 2142 m. Skitour für zukünftige Tourenleiter:innen, 17.01.2026
Die aufmerksamen Titel-Leserinnen und die Gantrisch-Experten unter euch werden sich vermutlich fragen: Welcher angehende Skitourenleiter kennt nicht einmal die exakte Höhe eines derart beliebten Skitourenziels? Falls euch die Antwort auf diese Frage interessiert, müsst ihr diesen Bericht wohl zu Ende lesen…
Die diesjährige „Aspi“-Tour startete klassisch mit einer kleinen Ufzgi: Es sollten zwei Tourenvarianten vorbereitet werden. Einmal von der Engstligenalp irgendwie nach Kandersteg und als Alternative von der unteren Gatrischhütte irgendwie über Schibespitz und Ochsen zurück an die Passstrasse. Das „irgendwie“ bezieht sich hierbei darauf, dass die Tour möglichst nicht ständig den „blauen Linien“ der offiziellen Skitourenrouten folgen sollte. Dieser Zusatz vereinfachte die Planung nicht wirklich, da es in beiden Gebieten geradezu von blauen Linien wimmelt.
Aufgrund der Lawinensituation gings ins Gantrisch. Im Aspi-Style führten wir Teilnehmer abwechslungsweise die Tour. Auf dem Weg lauerten dabei allerlei Herausforderungen: Wechten, steile Hänge mit Triebschnee sowie andere Hänge mit wenig bis gar keinem Schnee. Für eine gute Routenfindung war teilweise etwas Kreativität nötig. Dies führte zu langen Diskussionen und lehrreichen Inputs von Basho und Kurt. So lernten wir, dass es eben doch auch in diesen Gebieten Varianten abseits der blauen Linien gibt, und diese teilweise gar die bessere Wahl darstellen.
Aufgrund der ausgiebigen Lagebesprechungen wurde zum Ende hin das Zeitmanagement zu einem weiteren relevanten Punkt. So standen wir mit wenig Zeitreserven zum letzten Poschti vor einem Grashügel auf dem der Gipfel des Ochsen thronte. Reicht die Zeit für den Gipfelsturm? Oder müssen sofort abfahren? Sandro, der diesen Abschnitt der Tour leitete, fand eine elegante Zwischenvariante: Wir peilen den Gipfel an, drehen aber in jedem Fall um viertel nach drei um. So kam es, dass wir ca. 1 h vor Abfahrt des Poschtis knapp unter dem Gipfel umdrehten. Moral der Geschichte: Eine Tour „an“ statt „auf“ einen Gipfel kann genauso reizvoll sein — und nimmt den Druck, es unbedingt hochschaffen zu müssen.
Tourenleiter: Basho, Kurt
Teilnehmende: Kurt, Basho, Livia, Sandro, Michèle, Reto, Silas, Fabio
Tourenbericht: Fabio
Fotos: Basho, Kurt



