
Schweben über der Gemmi
Eine klassische Hochtour aufs Balmhorn (3697 MüM ) am 6. Juli 2025
In aller Frühe gehen wir vom Berghotel Schwarenbach los, noch funkeln ein paar Sterne über uns im nächtlichen Himmel. Die Stirnlampen beleuchten den Weg vor unseren Füssen. Nach wenigen Minuten verlassen wir den Gemmipassweg, bevor er zur Spittelmatte hinunterführt, und queren den Hang, um die Höhe zu halten. Tiefe Furchen durchschneiden unseren Pfad. Sie sind neu, der Berg verändert sich. Wir biegen ab und beginnen den Aufstieg in Richtung Schwarzgletscher. Es wird steiler und allmählich erhellt sich der Himmel, die Berggipfel um uns werden sichtbar. Bald erblicken wir ein vertrautes Bild: Das breite Gletschertor, das die Titelseite des aktuellen Tourenprogrammes ziert.
Bis wir Eis unter den Füssen haben, müssen wir noch eine Weile aufsteigen – eine halbe Stunde länger als vor ein paar Jahren, wie Tourenleiter Kurt Fellinger feststellt. Das Eis ist aber fast nicht sichtbar, es ist mit grauem Schutt überhäuft. Auf dem Gletscher bilden wir zwei Seilschaften und montieren die Steigeisen, dann beginnt der steilste Abschnitt der Tour aufs Balmhorn: Der Aufstieg auf den Zackengrat.
Auf dem Grat biegen wir ab und folgen dem Grat, über Steine, und kleinere Schneeflächen. Nach längerer Zeit gelangen wir auf einen schneebedeckten Vorgipfel, von dem aus das Gipfelkreuz sichtbar ist. Auf dem Balmhorn erwartet uns eine atemberaubende Aussicht. Ein paar Viertausender des Walliser Alpenhauptkammes sind trotz wolkenverhangenem Himmel sichtbar sowie auf der anderen Seite das Gasterental. Wir sehen hinunter nach Leukerbad und ins Lötschental, wo der Bergsturz von Blatten als braune Fläche an der entgegengesetzten Talseite erkennbar ist.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn es folgt ein langer Abstieg auf dem gleichen Weg, mit Gegenaufstieg auf die Moräne, nachdem wir den Gletscher wieder hinter uns gelassen hatten, bis wir hinunter auf die Spittelmatte gelangen und zur Sunnbühl-Seilbahn. Wir erreichen wir die Seilbahn gerade rechtzeitig, bevor die ersten Regentropfen fallen. Ein Umtrunk im Restaurant bei der Talstation in Kandersteg rundet die eindrückliche Bergtour fröhlich ab.
Tourenleiter: Kurt Fellinger
Teilnehmende: Petra Bischofberger, Sonja Seiffert, Mikko Laine
Tourenbericht: Priscilla Imboden
Fotos: Priscilla Imboden, Kurt Fellinger




