«22./23. März 2003 Doldenhorn 3638m bei perfekten Verhältnissen»

 

 

 
Wie geplant sassen wir mit unseren Rucksäcken voll Biwakmaterial im Zug Richtung Wilerhorn. Doch diesen haben wir nicht in Hohtenn sondern schon in Kandersteg verlassen. Dies weil wir plötzlich keinen Bock mehr auf eine mehrstündige Wanderung mit Biwakmaterial und Skis auf dem Rücken hatten. Kurz entschlossen verstauten wir alles Biwakmaterial in einem Schliessfach und nahmen den Weg zur Doldenhornhütte unter die Füsse, resp. unter die Ski. Der Aufstieg zwischen den Felsbändern hindurch und durch den Wald war sehr interessant und wir fragten uns schon jetzt, wie die Abfahrt über diesen Weg erfolgen sollte. Die sehr schön gelegene Doldenhornhütte war ausnahmsweise schon um diese Jahreszeit bewartet, was bei diesem grossen Ansturm auch nicht erstaunlich war.
Am Sonntagmorgen mussten wir schon um 4.30 Uhr die wärmenden Decken verlassen, um genug Zeit für die gut 1900 Höhenmeter Aufstieg zu haben. Der Aufstieg verlief ohne Probleme und auch das kurze Couloir um auf den Gletscher zu gelangen war einfach zu bewältigen. Auf dem Gletscher fanden wir grosse Spalten mit sehr eindrucksvollen Strukturen vor. Um den grössten davon zu umgehen mussten wir noch einmal die Ski auf den Rucksack binden und an einem Fixseil ein kurzes Stück aufsteigen. Auf dem Gipfel konnten wir das eindrückliche Panorama geniessen und uns auf die Abfahrt einstimmen.
Zur Abfahrt gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, denn diese war einfach genial. Auf dem Gletscher mussten wir auf die Spalten Rücksicht nehmen, doch danach konnten wir über mehrere hundert Höhenmeter perfekte Schwünge in den Schnee legen. Nach einer kurzen Erholung in der Hütte nahmen wir das letzte Stück Abfahrt in Angriff. Es brauchte die volle Konzentration um durch den Wald zu Kurven ohne irgendwo einzufädeln, doch auch diese Passage brachten alle vier Teilnehmer ohne Probleme hinter sich. Der krönende Abschluss war die Abfahrt bis hinunter nach Kandersteg, wo wir erst bei der Hauptstrasse die Ski abschnallen mussten.

Bericht:
Sämi Neuenschwander